RX 470-Miner auf Linux-Basis

Einige werden meinen Artikel zum Ethereum-Mining unter Linux bereits kennen –> Linux-Miner

Zwischendurch hat sich einiges geändert, mein Miner hat einige Updates erfahren – und sich im Grunde immer weiterentwickelt. Nun habe ich mein zweites Mining-Rig begonnen – dieses mal auf Basis der RX 470-GPUs.

Für nähere Informationen zum alten Miner und dessen genauen Aufbau bitte diesen Artikel lesen, ich führe hier nur die Änderungen Schritt für Schritt aus!

Hardware

Die Hardware hat sich im Großen und ganzen nicht geändert. Das Grundsystem aus Mainboard, CPU, RAM und Risern bleibt das Gleiche. Der einzige Unterschied sind in diesem Falle die neuen Sapphire RX 470 Nitro+ 8G und ein neues Netzteil, das EVGA Supernova G2 1000 Watt.

Ich habe diese Grafikkarten gewählt, weil sie als einzige den gleichen Speicher wie die RX 480 verbaut hat – was sich leider auch im Preis von aktuell ca. 260€ niederschlägt, jedoch auch den Vorteil bringt, dass im Falle Ethereum fast die gleichen MH/s-Werte wie die der RX 480 erreicht werden können, bei niedrigerem Verbrauch.

Dank der optimierten Leistungsaufnahme im bereits eingebauten Silentmode von Sapphire kann ich so sechs Stück RX 470 mit besagtem 1000 Watt-Netzteil von EVGA betreiben. Die aktuell verbauten drei Grafikkarten benötigen inklusive System nur ca. 530 Watt, bei einer Leistung von 24,2 MH/s pro Karte.
Der Silent-Mode kann mittles BIOS-Switch auf der Karte direkt umgestellt werden – siehe Bild. Der Switch muss dabei mit der Schalterstellung in Richtung der Slotblende – nach vorne – gestellt sein, um den Silentmodus zu aktivieren.

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Software

Der nun wirklich interessante Part ist das gewählte System. Ich bin im generellen ein Fan von Linux, gerade beim Mining gibt es genügend Vorteile (aber auch Nachteile), welche Linux zum von mir präferierten System machen. Dazu gehören:

  • keine Lizenzkosten
  • Einfach und schnell aufzusetzen
  • läuft auf praktisch jeder Hardware
  • Keine Limitierung der Grafikkartenanzahl
  • Sicherer, da nicht so stark für Viren und Backdoors anfällig
  • Leichtere Verwaltbarkeit
  • Klonen von kompletten Systemen möglich

Einzig und allein das Fehlen von Wattman, welches zum Overclocking dient, schmerzt etwas, ist allerdings dank Custom-BIOS vertretbar.

Als System nutze ich Lubuntu 16.04 LTS, welches man problemlos hier herunterladen und mit diesem Tool auf einen Stick spielen und anschließend auf dem Hauptsystem installieren kann.

Zusätzlich wird nun noch der AMD GPU Pro-Treiber benötigt, welchen man hier downloaden kann. Nach dem Download wird die Kommandozeile im frisch erstellten System benötigt, um den Download zu entpacken. Dafür wird wie folgt vorgegangen:

cd Downloads
tar -Jxvf amdgpu-pro_16.30.3-315407.tar.xz

Wichtig: mit dem cd-Befehl den entsprechenden Ordner wählen, in dem das Treiber-Paket liegt! Der Treiber heißt zum jetzigen Zeitpunkt so, der Name kann aber variieren.

Mit obengenanntem Befehl wird der Treiber entpackt und kann nun installiert werden. Das Entpacken funktioniert nur mit der richtigen Treiberversion und 16.04 LTS, alle anderen Systeme können mit der .xz-Endung nicht umgehen.

Für die Installation wird folgendermaßen vorgegangen:

amdgpu-pro-driver/amdgpu-pro-install

Ein Script im entpackten Treiber übernimmt in diesem Fall die Installation. Es wird eine Warnung aufpoppen, dass die Treiber unsigniert sind, diese kann aber einfach ignoriert und somit bestätigt werden.

 

Nach der Treiberinstallation muss nur noch der Claymore-Miner in üblicher Weise mit mindestens Version 6.4 aufgesetzt und konfiguriert werden. Wichtig dabei ist, dass bei der Option -etha der Wert 2 definiert wird, dadurch erkennt der Miner, dass mit einem GPU Pro-Treiber gemined wird.

Fazit

Abschließend bleibt zu sagen, dass AMD mit der RX-Serie wieder einmal viele Miner-Herzen höher schlagen lässt – die Karten sind äußerst effizient, auch zum Wiederverkauf ausgezeichnet geeignet und sehr leistungsstark – der Preis dazu ist ebenfalls vergleichsweise nicht hoch. Mich juckt es bereits wieder, meinen R7 370-Miner auf RX 470 umzustellen.

Links: 

Ursprungsbeitrag zum Mining unter Linux
RX 470 auf Amazon
AMD GPU Pro-Treiber
Claymore’s Dualminer

RX-Karten mit unglaublicher Effizienz

Jede neue Generation der  Radeon-Gaming-Grafikkarten bringt weitere Leistung – doch mit der aktuellen Generation hat AMD wahre Monster fürs Ethereum-Mining geschaffen.

Anfang des Sommers habe ich hier beschrieben, wie ich mir einen Miner mit HD 7970-Grafikkarten fürs Ethereum-Mining gebaut habe. Seitdem hat sich viel getan – ich habe neue Karten eingebaut, ROMs geflashed, bin an einer Xorg-Aktualisierung fast gescheitert und habe meinen Miner insgesamt optimiert. Irgendwann habe ich nebenbei ein zweites Testsystem aufgebaut, welches jetzt als weiteres Produktivsystem fungiert – und das mit RX 470-Karten.

Die RX-Generation – vor allem Effizient

Dank des relativ hohen Strompreises in Österreich habe ich von Anfang an versucht, mein System möglichst Effizient zu bauen – was mit den HD 7970 nicht wirklich gelang, den R7 370 schon besser wurde und mit den RX 470 nun seinen Höhepunkt erreicht hat.

Anfang Juli 2016 war es dann soweit: AMD stellte die neue RX-Generation mit der RX 480 vor. Diese ist auf 150 Watt Maximalverbrauch (Referenzversion) spezifiziert und liefert durchaus 27 MH/s und mehr, der Preis liegt für die Referenzversion bei schlanken 270€. Einem Modder ist es gelungen, bei minimalem Verbrauch über 31 MH/s aus der Referenzkarte zu kitzeln.
Der Hype war daher natürlich entsprechend groß, die Referenzkarten aller Hersteller waren teils über Monate hinweg vergriffen.

Anfang August 2016 wurden dann noch zwei weitere Karten vorgestellt: die RX 470 und die RX 460.
Diese beiden kleinen Geschwister der RX 480 sind zwar deutlich geringer spezifiziert, was sie fürs Mining jedoch nicht uninteressant macht. Zumindest die RX 470-Versionen mit 8GB sind den RX 480-Karten teils sogar ebenbürtig – bei geringerem Verbrauch. Ein weiterer Vorteil ist, dass es direkt zum Start Custom-Versionen der RX 470 gab, welche zwar im Preis teuer, aber im Bezug auf Effizienz, Kühlung, Design und Konzeption deutlich besser durchdacht als die RX 480-Generation sind. Die RX 460 hingegen ist fürs Mining eher ungeeignet.

Die RX-Generation glänzt vor allem mit einer sehr guten Effizienz. So bringt eine Sapphire RX 470 8G ohne jegliche Änderung out of the box  ca. 24,2 MH/s bei einem Verbrauch von ca. 150 Watt, was einem Leistungsverhältnis von 6,61 Watt pro MH/s bedeutet. Allerdings ist es speicherabhängig, welche Karte welche Ergebnisse liefert. So sind in der 8GB-Version der Sapphire Nitro+-Serie die gleichen Speicherchips wie beim größeren Bruder, der RX 480, verbaut, wodurch die oben erwähnten Ergebnisse möglich sind. Die 4GB-Version kommt fürs Mining aus aktueller Sicht nicht infrage, da hier andere Speicherchips und -controller verwendet werden, welche die Hashrate auf ca. 21-22 MH/s sinken lassen.

Dank AMD GPU Pro-Treiber und Claymore auch Mining unter Linux möglich

Zu den neuen Karten hat AMD dankenswerterweise diesmal einen entsprechend guten Treiber veröffentlicht – den AMD GPU Pro-Treiber. Dieser befindet sich zwar noch in der Beta-Phase und funktioniert nur mit Ubuntu 16.04 LTS, funktioniert fürs Mining unter Linux aber hervorragend. Mein RX 470-Miner setzt daher wieder auf Lubuntu 16.04 – und funktioniert mit den aktuellen Treibern ausgezeichnet. Dank der einfachen Installation des Treibers bleibt einem diesmal sogar ein Teil der Kommandozeile erspart, was das Aufsetzen meines Mining-Rigs auf ca. 20 Minuten beschränkte.

Der Dual-Miner von Claymore  in der aktuellen Version 6.4 unterstützt nun auch explizites Mining mit diesem Treiber.

Links:
Mein RX 470-Miner im Aufbau
RX 480 auf Amazon
RX 470 auf Amazon