Einen Ethereum-Miner bauen

Aktuell lässt sich mit Ethereum auch durch Mining noch verdienen. Durch Schutzmechanismen im Ethereum-Quellcode kann Ether nicht mit ASIC-Maschinen, wie beispielsweise Bitcoin, gemined werden, wodurch nur Mining mit Grafikkarten übrig bleibt. Daher kann jeder mit PC und Grafikkarten Ethereum minen!

Wichtig: vor dem Start sollte man immer den lokalen Strompreis sowie den aktuellen Preis von Ethereum ermitteln, um nicht von den Stromkosten gefressen zu werden!

Als Bastelprojekt habe ich mir daher so einen Miner mit 6 Grafikkarten gebaut. Ich bin dabei auf einige Probleme, sowohl Hardwareseitig als auch in Betriebssystem und Software, gestoßen, welche sich jedoch glücklicherweise einfach beheben ließen.

So sieht mein Miner nun aus:

 

 

Hardware

Um möglichst schnell loslegen zu können und Probleme zu vermeiden, habe ich außer die Grafikkarten alle Teile neu gekauft. Vor dem Kauf auf Amazon am besten noch eine 30-Tage-Testmitgliedschaft für Prime abschließen, dann kommen die Teile schneller!

In meinem Miner sind verbaut:

  • Mainboard: Link
  • Prozessor: Link
  • SSD: Link
  • RAM: Link
  • 3x Netzteil: Link
  • 3x PCIe-Riser USB: Link
  • 2x PCIe-Riser Flachband: Link
  • 1x PCIe-Riser USB: Link
  • Gehäuse/Halterungen: Selbstbau aus modularem Regalsystem (Erhältlich bei Bauhaus, OBI usw.)

… und 6x AMD Radeon HD7970 von Asus, Sapphire und Gigabyte. Aktuell plane ich noch einen zweiten Miner, welchen ich mit neuen Grafikkarten bestücken möchte. Zur Übersicht hier noch Empfehlenswerte Grafikkarten:

ca. 20 MH/s: http://amzn.to/1S83jBg
ca. 22-25 MH/s: http://amzn.to/1S83sEP
ca. 25-27 MH/s: http://amzn.to/1S83AEh
ca. 27-31 MH/s: https://pcbc.it/2wyiDBa

Update: da die H81 Pro BTC-Mainboards fast überall vergriffen sind, ist eine gute Alternative auch dieses Mainboard: Link
Dafür müssen dann allerdings auch ein anderer Prozessor (Link) und anderer RAM (Link) verwendet werden.

Update: bei den Grafikkarten hat sich viel getan. Die neue Serie ist deutlich stromsparender, effizienter und leistungsstärker. 

25 MH/s ohne Änderung, bis zu 29 mit Optimierung: Link
26 MH/s ohne Änderung, bis zu 31 mit Optimierung: Link
27 MH/s bis 31 MH/s und Stromsparend: Link

 

Gesamtpreis bei nur neuen Komponenten für 120 MH/s: ca. €1800,-

Update: Aus aktueller Sicht bringt folgende Hardware für €1800,- voll optimiert ca. 160-170 MH/s: Liste

Da ich einen Teil der Komponenten gebraucht erworben habe, war der Preis bei mir ca. €1000 für den ganzen Miner. Man bekommt fast alle Komponenten gebraucht, bei den Netzteilen würde ich jedoch in jedem Fall neue kaufen!

Zusammenbau

Das Grundgerüst

Als Grundgerüst für meinen Miner habe ich einen zweistöckigen Aufbau mit einem modularen Regal gewählt. Dafür habe ich mir fünf 1m-Regalschienen und zwei dazupassende Regalböden mit den Maßen 35 x 50 cm besorgt. Zusätzlich noch Schrauben und Plastikstandfüße. Der Vorteil an dieser Methode ist, dass sich so maximaler Luftdurchzug und eine extrem modulare Bauweise kombinieren lassen. In ein solches Regal passen zwei Miner.

Grundgerüst mit eingebauten Schienen. Platten noch nicht bearbeitet.

Auf der unteren Etage finden die Netzteile Platz. Um diese zu fixieren, habe ich pro Netzteil zwei Winkel verwendet, die dank der bereits passenden Bohrungen die Netzteile an den eingelassenen Gewinden anschraubbar machen. Die Netzteile heben sich dabei um ca. 2mm, was aber nicht stört.

Die zweite Platte bietet die Basis Für Mainboard und SSD-Festplatte. Um die Kabel nicht außerhalb des Gehäuses zu führen, habe ich in die Platte ein längliches Loch geschnitten. Die Platte wird dadurch zwar äußerst unstabil, da sie aber kein wirkliches Gewicht trägt, ist das vernachlässigbar.

Grundplatte mit länglichem Loch und Mainboardbohrungen

 

Oberhalb der Grundplatte habe ich zwei weitere Schienen befestigt. Es handelt sich dabei um etwas weniger als die Hälfte einer 1m-Schiene, welche ich auch für das Außengerüst verwende. Die untere Schiene ist dabei mit Abstandshaltern etwas nach Innen abgesetzt. Praktischerweise passt die Langlochbohrung der Schienen perfekt, um die Slotblenden der Grafikkarten einzuhängen. Mit passendem Abstand habe ich die obere Schiene montiert und jeweils in passendem Abstand ein Loch für die Grafikkarte gebohrt. Damit lassen sich die Slotblenden mit M3-Schrauben ausgezeichnet fixieren.

 

Untere Etage: Die Netzteile

Auf der unteren Plattform finden die Netzteile ihren Platz. Der Vorteil ist, dass diese so keine zusätzliche Abwärme für die Grafikkarten produzieren und bei Defekten wesentlich besser aus- und eingebaut werden können.

Eingebaute Netzteile.

Zur Fixierung der Netzteile verwende ich gewinkelte 20mm-Bleche mit Bohrungen. Diese halten die Netzteile an Ort und stelle, das Netzteil ist dadurch aber nicht komplett fixiert, sollte der Miner gekippt werden. Dadurch wird ein einfacher und schneller Ausbau möglich, sollte ein Netzteil defekt werden.

 

Die Drahtbrücke, um das Netzteil zu starten.

Um nun alle drei Netzteile starten zu können, muss ein Pin am Hauptstecker der beiden Netzteile gebrückt werden, welche nicht am Mainboard angeschlossen sind. Die Netzteile können dann einfach mit dem Power-Schalter neben dem Netzstecker gestartet werden. Da es sich um teilmodulare Netzteile handelt, müssen wirklich nur die Stecker angeschlossen werden, die tatsächlich benötigt werden. Hinter den Netzteilen ist genügend Platz, um die nicht verwendeten Stecker unterzubringen.

 

Zweite Etage: Mainboard und SSD

Auf der zweiten Etage sind Mainboard und SSD fixiert. Sie dient zudem als Durchgangsetage für die Kabel vom Netzteil. Um das Mainboard zu fixieren, habe ich einfach die Bohrungen des Mainboards ausgemessen (Maße und Pläne findet man im Internet) und 5mm-Bohrungen angefertigt.

 

Abstandshalter unter dem Mainboard.

Da das fertig bestückte Mainboard sich leicht durchbiegt, habe ich pro Loch je zwei M4-Muttern als Abstandshalter verwendet und das Mainboard dann mit M3-Schrauben fixiert. Auch die Löcher für die SSD habe ich gebohrt. Da SSDs bereits Halterungsgewinde eingebaut haben, kann die SSD einfach mit M3-Schrauben von unten fixiert werden.

Grafikkarten

Montierte Grafikkarte.

Die Grafikkarten sind der heikelste Punkt, da hier mehrere Faktoren beachtet werden müssen. Zum einen sollte der Abstdand zwischen den Grafikkarten möglichst groß sein, um nicht zu viel Abwärme der vorhergehenden Grafikkarte anzusaugen, andererseits sollte der Miner möglichst kompakt ausfallen, um nicht unnötig lange Riser verwenden zu müssen.

 

Die Grafikkarten sind bei mir in zwei Schienen eingehängt. In der unteren stecken die Verjüngungen der Slotblenden, welche praktischerweise genau in die Langlochungen der Schiene passen. In die obere Schiene habe ich kleine Löcher gebohrt, um die Grafikkarten mit M3-Schrauben befestigen zu können.

Update: Da die Schienen doch sehr zu hängen begonnen haben, habe ich mein Grundgerüst umgebaut. Die untere Schiene ist nun an zwei weiteren Schienen so befestigt, dass die Grafikkarten hinten aufliegen: 

IMG_20160429_191811   IMG_20160429_191754

Verkabelung

Die Verkabelung ist einer der heikelsten Punkte beim Zusammenbau der Hardware. Es muss darauf geachtet werden, dass alles zusammenpasst, wie die Kabel verlegt werden und vor allem, dass kein Kabel an einer Hitzekomponente ansteht. Brandgefahr!

Angeschlossene PCIe-Riser.

Um die Grafikkarten mit dem Mainboard zu verbinden, verwende ich verschiedene Arten von PCIe-Risern. Ein Teil ist dabei nicht extern mit Strom versorgt und kommt mit der Spannung des Mainboards aus. Dafür hat das H81 Pro BTC extra zwei weitere Anschlüsse am Mainboard, um die zusätzliche Spannung zu gewährleisten.

Die PCIe-Riser werden einfach in die Ports gesteckt. Beim x16-Port kann auch ein x1-Riser verwendet werden, das Mainboard erkennt die Lanes ganz normal. Die Grafikkarte ganz Links habe ich aus Platzgründen mit einem USB-PCIe-Riser bestückt, da die normalen Riser nicht lang genug waren. Dieser funktioniert ebenfalls ohne Probleme, jedoch sollte man den Platz beachten, den der USB-Stecker am Mainboard benötigt, um nicht an heißen Komponenten der Grafikkarte anzukommen.

 

Das Mainboard wird bei mir vom ganz linken Netzteil mit Strom versorgt. Dieses Netzteil versorgt auch alle weiteren Komponenten (USB-Riser, Zusatzstromversorgung für die PCIe-Ports, SSD) mit Strom. Die Kabel werden einfach durch die längliche Öffnung geführt.

Verkabelte Grafikkarten.

Die Grafikkarten werden dann mit den 12V-Schienen der Netzteile versorgt. Das be quiet! Pure Power 9-Netzteil wird mit modularen Flachbandkabeln geliefert, welche noch dazu einen zweiten 6+2-PCIe-Stecker pro Kabel besitzen. Damit lässt sich jede Grafikkarte mit nur einem Kabel vom Netzteil anschließen. Pro Netzteil werden zwei Grafikkarten angeschlossen.

Software

Der Softwarepart ist jetzt ein schwierigerer Teil. Als Grundgerüst dient in diesem Fall Linux, da es Quelloffen und wesentlich schlanker als Windows ist. Noch dazu unterstützt es ohne patches mehr als vier Grafikkarten und ist leichter zu installieren. Zusätzlich werden noch der CUDA ethminer von Genoil und der eth-proxy von dwarfpool verwendet.

Lubuntu installieren

Das ganze System basiert auf Lubuntu 14.04 LTS. Die Long Term Support-Version ist eine Version von Lubuntu, die fünf Jahre lang mit Updates versorgt wird. Ein Vorteil von Lubuntu im Gegensatz zu Ubuntu ist die Oberfläche, welche weniger Grafikleistung benötigt und auch per VNC oder Teamviewer fernwartbar ist. Man kann die Distribution hier herunterladen und mit diesem Tool einen Bootstick erstellen.

Update: Mittlerweile sind Ubuntu und Lubuntu 16.04 LTS erschienen, welche fürs Mining nicht mehr verwendbar sind! Grund ist der fehlende fglrx-Treibersupport.

Diesen Stick steckt man nun in den Miner. Direkt nach dem Start muss nun F11 gedrückt werden, um vom Stick zu booten. Die Installation ist selbsterklärend.

 

Grafiktreiber installieren

Achtung: werden RX400-Karten verwendet (RX 480, RX 470 etc.) ist diese Anleitung für die Treiber notwendig! RX 470-Artikel

Nun müssen die Grafiktreiber installiert werden. Ich erkläre hier den Fall für AMD-Karten, welche fürs Mining wesentlich besser geeignet sind! Für Nvidia gibt es ausgezeichnete Anleitungen im Netz, mit denen die Treiber installiert werden können.

Wir öffnen mit Strg + Alt + T ein Terminal und geben folgende Befehle ein:

sudo apt-get -y update
sudo apt-get -y upgrade -f
sudo apt-get install fglrx-updates
sudo amdconfig --adapter=all --initial

Danach muss der Miner einmal neu gestartet werden. Anschließend sollten mit folgendem Befehl alle Grafikkarten angezeigt werden:

aticonfig --list-adapters

Genoil’s CUDA Miner installieren

Update: Meine Empfehlung ist Claymore’s Dual Miner –> Anleitung

Um nun Mining mit einem Pool betreiben zu können, wird ein Miner benötigt. Wir benutzen dafür Genoil’s CUDA Miner und den Stratum-Proxy von dwarfpool.

Um den CUDA Miner zu installieren, müssen folgende Codezeilen im Terminal eingegeben werden:

sudo apt-get update
sudo apt-get -y install software-properties-common
sudo add-apt-repository -y ppa:ethereum/ethereum
sudo apt-get update
sudo apt-get install git cmake libcryptopp-dev libleveldb-dev libjsoncpp-dev libjson-rpc-cpp-dev libboost-all-dev libgmp-dev libreadline-dev libcurl4-gnutls-dev ocl-icd-libopencl1 opencl-headers mesa-common-dev libmicrohttpd-dev build-essential -y
git clone https://github.com/Genoil/cpp-ethereum/
cd cpp-ethereum/
mkdir build
cd build
cmake -DBUNDLE=miner ..
make -j8

Achtung: Der rote Teil ist ein einziger Befehl!

 

Stratum-Proxy installieren

Da die Grafikkarten durchaus zu mehr Leistung imstande sind, installieren wir nun noch den Stratum-Proxy. Dieser verhindert, dass bei schlechter Verbindung zu einem Server Rechenleistung verloren geht, indem er auf einen weiteren Server verbindet. Der Miner schickt seine Miningleistung dadurch nicht mehr direkt an den Pool, sondern an den Proxy, welcher dann die richtige Verbindung auswählt.

Dazu laden wir uns den eth-proxy von dwarfpool hier herunter. In der weiteren Anleitung verwende ich den Proxy im Ordner „Stratum“ in meinem Home-Verzeichnis. In diesem Verzeichnis muss das .zip-File nun entpackt werden. Das .zip-File kann anschließend gelöscht werden.

Im neu entstandenen Ordner eth-proxy befindet sich nun eine proxy.conf-Datei. Diese enthält die Eisntellungen, welche für den Pool benötigt werden. Die rot markierten Teile müssen jeweils angepasst werden:

###
# Examples of command line for miners:
#
# ethminer.exe --farm-recheck 200 -G -F http://HOST:PORT/
# ethminer.exe --farm-recheck 300 -G -F http://HOST:PORT/rig1
#
# ethminer.exe -G -F http://127.0.0.1:8080/
# ethminer.exe --farm-recheck 100 -G -F http://192.168.0.33:8080/rig1
#
# farm-recheck parameter is very individual. Just test different values.
#
# You can submit shares without workername or
# You can provide workername:
# - with url like "/rig1"
# - or use automatically numbering(integer) based on IP of miner
#
# Servers:
# EU-Server: eu1.ethermine.org Port: 4444
# US East-Server: us1.ethermine.org Port: 4444
# US West-Server: us2.ethermine.org Port: 4444
# Asia-Server: asia1.ethermine.org Port: 4444
#
#### Select Ethereum ETH
COIN = "ETH" # Host and port for your workers HOST = "0.0.0.0" PORT = 8080 # Coin address where money goes WALLET = "XXXXXX" # To donate please use wallet "0xea7263feb7d8a8ab0a11eedd8f1ce04412ab0820" # It's useful for individually monitoring and statistic ENABLE_WORKER_ID = True # On DwarfPool you have option to monitor your workers via email. # If WORKER_ID is enabled, you can monitor every worker/rig separately. MONITORING = False MONITORING_EMAIL = "mail@example.com" # Main pool POOL_HOST = "eu1.ethermine.org" POOL_PORT = 4444 # Failover pool POOL_FAILOVER_ENABLE = True POOL_HOST_FAILOVER1 = "us1.ethermine.org" POOL_PORT_FAILOVER1 = 4444 POOL_HOST_FAILOVER2 = "us2.ethermine.org" POOL_PORT_FAILOVER2 = 4444 POOL_HOST_FAILOVER3 = "asia1.ethermine.org" POOL_PORT_FAILOVER3 = 4444 # Logging LOG_TO_FILE = True # Enable debug DEBUG = False

Unter WALLET = „XXXXXXXX“ muss nun die gewünschte Wallet-Adresse eingetragen werden, um Ether zu erhalten, welche bei mir auf meinem kraken.com-Konto landen. Diese Adresse wird auch gleichzeitig zum Überwachen im Mining-Pool verwendet.

Unter „ENABLE_WORKER_ID“ sollte true bestehen, damit wird die Zuteilung und Übermittlung in einzelnen Workern, also Arbeitsstationen, aktiviert. Diese scheint dann in der Pool-Statistik auf.

Der rot markierte Abschnitt mit den Pools ist der Server-Failoverbereich. In diesem wird zuerst der Server definiert, welcher hauptsächlich angesprochen wird, anschließend die Server, welche bei Ausfall oder Verzögerung angesprochen werden. Im oben angeführten Beispiel ist der komplette Serverbereich auf ethermine.org konfiguriert.

Update: Ich habe einige Config-Dateien für verschiedene Pools fix fertig zum Downloaden erstellt. Bei diesen muss nur mehr die ETH-Adresse und bei Bedarf die Optionen für die Emailüberwachung (Dwarfpool only) und Worker-ID (standardmäßig aktiviert!) geändert werden. Die ZIP-Dateien müssen einfach entpackt werden, die enthaltene .conf-Datei ersetzt anschließend die aktuelle .conf-Datei. Downloads:

eth-proxy_Dwarfpool
eth-proxy_Ethermine
eth-proxy_Ethpool

Um den Proxy nun ausführen zu können, muss die Programmbibliothek Python heruntergeladen werden.

Dazu muss der Terminal geöffnet und folgender Befehl eingegeben werden:

sudo apt-get install python-twisted

 

Proxy und Miner starten

Um nun beide Komponenten, den Proxy und den Miner, zu starten, werden zwei Terminalfenster und verschiedene Befehle benötigt.

Mit dem ersten Terminalfenster wird der Proxy gestartet. Der Proxy muss immer vor dem Miner gestartet werden, da sonst keine Verbindung zum Pool besteht!

Mit dem Befehl „cd“ (= change directory) wird das Verzeichnis ausgewählt, in welchem sich der Proxy befindet. Der anschließende Befehl startet den Proxy.

cd /home/florian/Stratum/eth-proxy
python ./eth-proxy.py

Nun kann der Miner gestartet werden. Dies geschieht über ein neues Terminalfenster, welches man mit STRG+ALT+T öffnen kann.

Um den Miner zu starten, muss zunächst mit cd in das entsprechende Verzeichnis gewechselt werden. Anschließend wir das Programm ethminer mit diversen Optionen gestartet. Mein Startbefehl sieht folgendermaßen aus:

cd /home/florian/cpp-ethereum/build/ethminer
./ethminer --farm-recheck 200 -G -F http://127.0.0.1:8080/GPURIG001 --cl-local-work 128 --cl-global-work 16384

 

Einezlerklärung:

./ethminer startet das Prorgramm „ethminer“.
–farm-recheck 200 Option, in welchem Milisekundentakt die Shares an den Proxy übergeben werden.
-G startet den Miner im Grafikkartenmodus
-F http://127.0.0.1:8080/GPURIG001 gibt die Adresse an, an welche der Miner die Shares sendet, in diesem Fall der Proxy. GPURIG001 ist der Name des Workers.
–cl-local-work 128 nicht genauer bekannt
–cl-global-work 16384 nicht genauer bekannt

 

Alternative: Claymore’s Dual Miner installieren

Seit kurzem gibt es auch für Linux den Claymore’s Dual Miner, welcher Ethereum und Decred gleichzeitig bei gleichem Speed, aber höherem Stromverbrauch, minen kann und im normalen Ethereum-Mining ca. 5-10% mehr Leistung als der CUDA-Miner bringt. Zusätzlich lassen sich mit ihm die Taktraten für den Grafikprozessor und den Speicher für jede einzelne GPU erhöhen, wodurch die Hashleistung ebenfalls gesteigert werden kann. Ein zusätzlicher Benefit, welchen ich erfahren habe, ist ein gesenkter Stromverbrauch.

Einen Haken hat das Ganze allerdings: Es gibt eine kleine Developer-Gebühr für den Hersteller, welche bei Ethereum-Only-Mining 1% beträgt, bei Dual Mining 2% und bei Decred-Only-Mining 0%. Dies ist so ausgeführt, dass der Miner in einer Stunde 36 bzw. 72 Sekunden für den Programmierer mint.

 

Die Installation ist im Vergleich zu Cuda-Miner und Proxy einfacher, allerdings können die vielen Optionen am Anfang etwas verwirren.

Installation

Um Claymore zu installieren, muss eine .tar.gz-Datei hier heruntergeladen werden. Die aktuelle Version für Linux ist 4.5. Das Format „.tar.gz“ ist unter Linux ein Archivformat wie .zip und kann somit einfach mit der Archivverwaltung geöffnet werden. Die Dateien müssen nun in einen beliebigen Ordner, in meinem Fall /home/florian entpackt werden.

Tipp: Den Ordner nur auf „Claymore“ umzubenennen spart euch sehr viel Arbeit.

Anschließend müssen nur noch die Dateien „config.txt“ und „epools.txt“ geändert werden. Diese sehen bei mir folgendermaßen aus:

 

config.txt:

# WARNING! Remove "#" characters to enable lines, with "#" they are disabled and will be ignored by miner! Check README for details.
# WARNING! Miner loads options from this file only if there are not any options in the command line!
-epool eu1.ethermine.org:4444
-ewal 0xeb7d31fd59a8a88d599d389748f49760f33a22ca.GPURIG002
-erate 1
-dbg -1
-r 1
-epsw x
-esm 0
-mode 1
-etha 1
-ethi 16
-cclock 1200
-mclock 1600

 

epools.txt:

# WARNING! Remove "#" characters to enable lines, with "#" they are disabled and will be ignored by miner! Check README for details.

POOL: us1.ethermine.org:4444

 

Die Datei config.txt enthält die kompletten Einstellungen für den Miner, während epools.txt die Stratum-Failoverpools enthält.

 

Einzelerklärung zu den Befehlen:

-epool eu1.ethermine.org:4444 Gibt den Server und den Port eines Mining-Pools an.
-ewal 0xeb7d31fd59a8a88d599d389748f49760f33a22ca.GPURIG002 Wallet und Workername, als Info für den Pool
-erate 1 Dieser Parameter gibt an, dass die Hashrate an den Pool gesendet wird. Mit 0 wird keine Information über die Hashrate gesendet.
-dbg -1 Definiert, dass keine Debug-Reports erstellt werden (diese werden bei jedem Minerneustart sonst im Ordner des Miners erstellt…)
-r 0 Definiert, dass der Miner bei einem Problem automatisch neugestartet wird. Die Variable 1 deaktiviert diese Funktion.
-epsw x Setzt das Poolpasswort auf „x“, wird bei dwarfpool, ethpool und ethermine nicht benötigt.
-esm 0 Aktiviert den Stratum-Modus. Nun werden die Shares bei einem Failover auf den zweiten Server, welcher in epools.txt definiert ist, geschickt.
-mode 1 Hier wird definiert, dass nur Ethereum gemined werden soll. Mit der Variable „0“ wird Ethereum und Decred gleichzeitig gemined.
-etha -1  Definiert den Ethereum-Algorithmus-Modus. 0 ist für schnelle Karten optimiert, 1 für langsame, -1 für Autodetect. Kann für jede Karte einzeln angegeben werden.
-ethi 16 Ethereum Intensity. Setzt den Work-Load des Miners. Standardmäßig auf 8. Kann für jede Karte einzeln angegeben werden.
-cclock 1200 definiert die Taktrate der Grafikprozessoren. Kann für jede Karte einzeln eingestellt werden (z.B. -cclock 1200,1100,1300)
-mclock 1600 definiert die Taktrate des Grafikspeichers. Kann für jede Karte einzeln eingestellt werden.

 

Besonders die Übertaktungsoptionen sollten mit möglichst vielen Varianten getestet werden, um das Maximum herauszuholen. Allerdings sollte man auch immer einen Blick auf die angezeigten Temperaturen werfen. Diese werden immer wieder vom Miner ausgegeben, können allerdings auch mit der Betätigung der Taste „s“ abgerufen werden.

Alle weiteren Befehle sind auch in der „readme!!.txt“-Datei zu finden und auf Englisch beschrieben.

 

Miner starten

Um den Miner nun zu starten, wird wieder ein Terminalfenster benötigt, welches mit Strg + Alt + T geöffnet werden kann. Anschließend müssen folgende Befehle eingegeben werden:

cd Claymore
./ethdcrminer64

Bei der Option „cd“ wird das Verzeichnis gewechselt. Ist der Miner unter einem anderen Pfad gespeichert, muss einfach der entsprechende Pfad zum Verzeichniswechsel verwendet werden.

Eure Miner und Konfigurationen

Ich freue mich auch sehr darüber, wenn ihr mir Bilder, Informationen über eure Erfolge, Probleme und Miner schickt. Aktuell bin ich auch dabei, eine Hardwareliste zu erstellen, um Kompatiblitäten zwischen GPUs und Netzteilen etc. herzustellen.

Noch Fragen?

Bei auftretenden Fragen bin ich gerne bereit, diese zu beantworten, damit jeder von Ethereum profitieren kann und wir damit die Entwicklung vorantreiben!

 

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